VDSL-Turbo Vectoring: Brüssel leitet Prüfverfahren ein

Kürzlich hatte sich die Bundesnetzagentur dazu entschlossen, der Deutschen Telekom an deren Hauptverteilern den Vectoring-Ausbau zu erlauben. Vor diesem Hintergrund äußerte sich in Brüssel Skepsis, weshalb die zuständige EU-Kommission in naher Zukunft ein Prüfverfahrenen einleitet. In einer offiziellen Stellungnahme heißt es hierzu, dass Bedenken zu Auswirkungen auf den auf den Wettbewerb bestünden.

Dem Kern der Entscheidung stimmt die Europäische Kommission zu. Die Pläne der Deutschen Telekom sehen vor, dass circa 1,4 deutsche Haushalte von Download-Geschwindigkeiten von mehr als 50 Megabit pro Sekunden zukünftig profitieren sollen. Gleichzeitig ist Brüssel jedoch der Auffassung, dass die Pläne Telekom-Konkurrenten "behindern" würden. Die Diskussion über die Entscheidung finden zwischen dem Digital-Kommissar Günther Oettinger sowie der Bundesnetzagentur statt. Dabei stehen für das europäische Kontrollorgan insbesondere die Investition in eine zukunftssichere Infrastruktur, schnellere Internetverbindungen sowie ein fairer Wettbewerb im Fokus.

Trotz des angekündigten Prüfverfahrens geht die Telekom nach eigenen Angaben nach wie vor davon aus, dass ihr geplantes Vorhaben bewillig wird. Dennoch kritisiert der Telekommunikationskonzern die Kommisionsentscheidung und verweist auf Verbraucher in ländlichen Regionen des Bundesgebiets, die nun mehr Geduld aufbringen müssen. Solange das Vectoring nicht ausbaubar sei, bleiben entsprechende Angebote ausgeschlossen, so die Deutsche Telekom weiter. Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, versteht das Prüfungsvorhaben aus Brüssel. Dabei sei es der Netzagentur wichtig, alle getroffenen Entscheidungen nochmals ausführlich zu erläutern und alle gestellten Fragen zu beantworten.